Sport Austria-Generalversammlung: Glücksspielreform als Chance für eine zukunftsfitte (Sport-)Nation
Im Rahmen der Generalversammlung der Bundes-Sportorganisation Sport Austria hat der organisierte Sport am Donnerstag, 5. November, im Beisein von Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt ein starkes Statement gesetzt und die Bundesregierung aufgefordert, die geplante Glücksspielreform auch zur nachhaltigen Absicherung seiner finanziellen Grundlagen zu nutzen. Zudem wurde einstimmig die Erarbeitung einer gesamtösterreichischen Sportstrategie beschlossen.
Für Sport Austria bietet die Glücksspielrechtsreform eine große Chance, die Finanzierung des Sports langfristig abzusichern. Laut Studien könnte die Neustrukturierung des Glücksspielmarktes zu einer Steigerung der Einnahmen aus Glücksspielabgaben und Konzessionsentgelten um rund 25 Prozent führen. Sport Austria fordert, den organisierten Sport im gleichen prozentuellen Ausmaß an den erzielten Mehreinnahmen zu beteiligen und die Bundes-Sportförderung dynamisch an die Entwicklung der Glücksspielerträge zu koppeln. Dies ist schon allein deshalb notwendig, weil sich die Erhöhung der Bundes-Sportförderung von 80 auf wieder 120 Millionen Euro durch die Inflation bereits weitgehend relativiert hat. Inflationsbereinigt entsprechen 80 Millionen Euro aus dem Jahr 2011 im Mai 2026 rund 125,4 Millionen Euro. Man hinkt der Geldentwertung also hinterher...
Für Sport Austria steht daher fest: Wer die Leistungen des Sports für Österreich sichern und ausbauen will, muss auch für eine verlässliche Finanzierung sorgen. Ohne entsprechende Mittel fehlen die Voraussetzungen, um Bewegung und Gesundheit zu fördern, den Nachwuchs zu entwickeln, internationale Erfolge zu ermöglichen und die Sportinfrastruktur auf ein internationales Niveau zu hieven. Sport Austria-Präsident Hans Niessl: „Seit der Nachkriegszeit dienen Einnahmen aus dem Glücksspiel traditionell auch als Finanzierungsquelle für den organisierten Sport. Aus unserer Sicht muss das auch im Zuge dieser geplanten Reform so bleiben."
Vom Sportland zur Sportnation: Der Sport definiert seinen Zukunftsplan
Mit dem einstimmigen Beschluss zur Einleitung der Erarbeitung einer gemeinsamen Sportstrategie will Sport Austria die notwendigen Rahmenbedingungen für die Zukunft des österreichischen Sports definieren. Dabei soll aufgezeigt werden, wo der Sport heute steht, welche Leistungen er als Botschafter Österreichs für die Gesundheit der Bevölkerung sowie als Wirtschafts- und Integrationsmotor erbringt und was notwendig ist, um diese künftig nicht nur zu erhalten, sondern auch weiter auszubauen. „Es ist wichtig, dass diese Strategie vom autonomen Sport entwickelt wird. Sie wird unter Einbeziehung aller Sportorganisationen sowohl den Spitzen- als auch den Breiten- und Behindertensport berücksichtigen", betont Sport Austria-Präsident Hans Niessl und fügt hinzu: „Der Zukunftsplan soll der Politik einen langfristigen Orientierungsrahmen vorgeben, ohne die Gestaltungsmöglichkeiten der Politik einzuschränken. Ziel ist, den Weg aufzuzeigen, wie sich Österreich von einem Sportland mit erfolgreichen Athlet:innen und engagierten Vereinen zu einer Sportnation entwickeln kann, die den Wert des Sports erkennt und seine Potenziale bestmöglich ausschöpft."
Investitionen in den Sport sind dabei kein Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck: Sie sind Investitionen in die Gesundheit, die Lebensqualität, den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die wirtschaftliche Entwicklung Österreichs. Mehreinnahmen aus dem Glücksspielbereich können so zu einem bedeutenden Investment in die Gesellschaft werden und einen wichtigen Beitrag zu einem zukunftsfitten Österreich leisten.