Tobias Kahofer - Parkour
Meister der Lüfte: Von der Schanze zum Parkour
Mit atemberaubender Geschwindigkeit über Mauern, Geländer und Plattformen: Tobias Kahofer zählt in der actionreichen Sportart Parkour zu den besten Athleten der Welt. Bei den World Games in China will der 22-jährige Innsbrucker im August für Furore sorgen. In den Disziplinen Speed und Freestyle greift er nach der Medaille - und bringt dabei nicht nur Tempo, sondern auch Kreativität auf die Weltbühne.
Parkour ist eine junge Sportart. Ziel der Athleten ist es, auf möglichst effiziente Weise und ohne Hilfsmittel vom Start zum Ziel zu gelangen. Um Hindernisse zu überwinden, müssen die Athleten eine große Bandbreite an athletischen und akrobatischen Techniken anwenden. In der Disziplin Speed müssen die Athleten Hindernisse so schnell wie möglich überwinden. In der Disziplin Freestyle nutzen die Athleten die Hindernisse, um den Richtern ihren Stil und ihre Kreativität zu zeigen.
"Es geht darum, so schnell und effizient wie möglich von A nach B zu kommen", beschreibt Kahofer selbst das Grundprinzip seines Sports. Eine Philosophie, die er nicht nur auf dem Parcours lebt, sondern auch auf seinem persönlichen Weg. Denn der war alles andere als geradlinig: Mit sechs Jahren begann Kahofer mit dem Skispringen, einer Sportart, die ihn bis zu seinem zwölften Lebensjahr begleitete.
Dann aber kam der Wendepunkt. "Danach hat es mir einfach keinen Spaß mehr gemacht. Ich habe dann viel rumprobiert, weil ich ein sehr sportaffiner Mensch bin", erinnert er sich. Mit 14 entdeckte er schließlich Parkour - über Videos auf Social Media. Was für viele Jugendliche eine bloße Unterhaltung bleibt, wurde für Kahofer zum Lebensinhalt: "Ich habe das richtig cool gefunden. Bin sofort Feuer und Flamme für den Sport gewesen." Seine Begeisterung wurde schnell zu Ehrgeiz: 2021 bestritt er seine ersten Wettkämpfe.
Ein Meilenstein folgte 2024: Kahofer stieg als erster Österreicher in den internationalen Parkour-Weltcup ein. Ein weiterer Beweis für die Ausnahmequalitäten des Tirolers. Bei der Weltmeisterschaft in Japan im selben Jahr belegte er den 18. Platz und qualifizierte sich damit für die World Games. Für Kahofer ist das aber erst der Anfang. In Chengdu verfolgt er ein klares Ziel: "Ich will eine Medaille holen. Ich weiß, dass es möglich und machbar ist. Ich trainiere in den letzten Monaten sehr intensiv und viel für mein großes Ziel."