Sport Austria - Interessenvertretung und Serviceorganisation des organisierten Sports in Österreich.

Jannis Bonek - Orientierungslauf

Auf dem Weg zum nächsten Coup

Orientierungslauf gilt in Österreich als Randsportart. Jannis Bonek sorgte 2023 dafür, dass in den Medien groß darüber berichtet wurde. Bei der WM in Laax (SUI) gewann er die Bronzemedaille über die Mitteldistanz (6,1 km / 23 Kontrollpunkte). In der gleichen Disziplin feierte er am weniger als ein Monat später in Ceska Lipa (CZE) als erster Österreicher seit 31 Jahren einen Sieg im Weltcup.

„Das waren unglaubliche Momente“, erinnert sich der Heeressportler. Ein Jahr später gewann er bei der Militär-WM in Spanien die Goldmedaille. „Dort war die Erwartungshaltung größer, es ist alles nach Plan gelaufen und hat Spaß gemacht.“

Bei den Boneks ist Orientierungslauf Familiensache. Schon sein Großvater übte den Sport aus, in der Kindheit wurde das Interesse größer. Mit seiner Cousine Jasmina absolvierte er erste, einfache Kurse im Wald. „Wir waren damals vielleicht acht oder neun Jahre alt“, erinnert sich Bonek. „Am Anfang läuft man Fähnchen mit einer Schnur nach.“

Inzwischen zählt der Wiener zu den Besten seines Fachs, national wie international. Orientierungslauf ist schnell erklärt: Eine vorgegebene Strecke muss, unter Einhaltung gewisser Kontrollpunkte, schnellstmöglich absolviert werden. Eine Lupe hilft beim Kartenlesen, ein mitgeführter Chip registriert das Passieren des Kontrollpunktes in bis zu 20 Zentimeter Entfernung. Abkürzungen gibt es nicht, das Auslassen auch nur eines Kontrollpunktes zieht nämlich die Disqualifikation nach sich.

Die Mischung aus guter Orientierung und schnellem Laufen macht es aus – Orientierungslauf eben. „Ob ich jetzt eine Baumgruppe links oder rechts passiere, macht einen Unterschied“, erklärt Bonek. Das Studium von Karten und die Festlegung von Strecken ist gewissermaßen das Trockentraining, das Lauftraining umfasst wöchentlich 15 bis 20 Stunden. Was den Sport so besonders macht? „Ich kann meinen Sport intensiv betreiben, und das in wunderschönen Gegenden.“

Bei den World Games vor drei Jahren in Birmingham kostete Bonek über die Mitteldistanz ein Fehler kurz vor dem Ziel einen Platz in den Top-10. Die inzwischen gesammelte Erfahrung soll ein ähnliches Missgeschick diesmal verhindern. Seine Ansage: „Ich möchte auf jeden Fall um die Medaillen mitlaufen.“