Emotionaler Spitzenplatz für Binder
"Wenn mir das jemand vor einer Woche gesagt hätte..."
Emotionaler Schlusspunkt für Wakesurferin Alina Binder bei den World Games Chengdu 2025 (7. bis 17. August). Die 29-jährige Niederösterreicherin feierte mit Rang fünf den größten Erfolg ihrer Karriere, nach dem Finale flossen die Freudentränen: „Diese Woche ist wie ein Traum. Ich hätte niemals damit gerechnet.“
Das Finale der Top-6 am Sonntag wurde für Binder zum Genussprojekt. Sie zeigte einen starken Run, der von den Judges mit 31.67 Punkten belohnt wurde. „Ich konnte es wirklich genießen, weil ich ohne Druck ins Finale gegangen bin. Für mich war es eine Überraschung, dass ich es so weit geschafft habe. Ich konnte im schlechtesten Fall Sechste werden. Je lockerer man ist, desto besser geht es meistens.“
Mit ihrem Finalrun zeigte sie sich zufrieden. „Es ist mir gelungen, alle meine Tricks zu zeigen. Ich konnte einen ‚Stand Up Pass‘ machen, also eine ganze Strecke ohne Sturz. Das ist mega und freut mich sehr.“
Zwischenzeitlich lag Binder mit 31.67 Punkten auf Rang drei, mit Bailey Rush (CAN) und Joohee Moon (KOR) waren zwei der großen Favoritinnen jedoch noch an Land.
Schließlich sicherte sich Rush mit 63.33 Punkten Gold, Moon (43.00) Silber, Bronze ging an Sonya Sokolova (UKR/50.00). Binder: „Mir war vor dem Finale klar: Wenn ich eine knacke, ist es schon eine große Leistung. Mir war bewusst, dass die beiden wahrscheinlich ihr Ding durchziehen und es sich mit der Medaille nicht ausgehen wird. Umso cooler, dass es sich mit dem fünften Platz ausgegangen ist.“
Hinter Kate Wu (HKG/39.33) wurde die Niederösterreicherin starke Fünfte, Anni Flynn (THA/23.83) belegte Rang sechs. „Zuhause haben sich in den letzten Tagen so viele Menschen mit mir gefreut, ich habe sehr viele Nachrichten und viel positives Feedback erhalten.“ Nicht nur online, sondern sogar persönlich konnte Freund Michael Steinlesberger gratulieren, da er in Chengdu als Judge bei den Herren tätig ist. „Er unterstützt mich immer. Es ist wunderschön, das alles mit ihm gemeinsam zu erleben.“
Auffällig: Binder war bereits bei der Einkleidung und Verabschiedung in Wien mit großem Interesse bei der Sache, stets mit einem Lachen im Gesicht. Auch in China war die positive Energie spürbar. Der Grund? „Es ist megacool, hier zu sein! Wir haben ein geniales Team, ich habe so etwas noch nie erlebt. Physios, Sportpsychologin, Arzt, Organisationscrew, Medienteam – das macht es sehr besonders. Ich bin dankbar und stolz, hier dabei zu sein.“
2018 entdeckte Alina Binder das Wakesurfen. „Meine Cousinen haben es mir gezeigt, seither bin ich in diesen Sport verliebt.“ Sieben Jahre später ist sie Fünftplatzierte der World Games. „Das ist unglaublich! Wenn mir das jemand vor einer Woche gesagt hätte, hätte ich es nicht geglaubt. Aber ich habe viel Zeit investiert und mich immer verbessert, das ist die Belohnung.“
Wohin ihre sportliche Reise gehen soll, steht in den Sternen. „Mal schauen, was geht. Ich mache mir keinen Druck. Profi werde ich nicht, weil in Österreich die Saison durch den Winter nicht die längste ist. Es ist cool, wo ich bin – das hätte ich vor ein, zwei Jahren nicht gedacht. Das Wichtigste: Ich will es weiterhin genießen.“