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Drama pur! Flag Footballerinnen vergeben Final-Chance in letzter Sekunde

"Die Mädels haben alles auf dem Feld gelassen"

Bei den World Games Chengdu 2025 (7. bis 17. August) sind am finalen Wochenende noch die Flag Footballerinnen im Einsatz. Am Samstag zeigte das Team von Robert Riedl in der K.o.-Phase zwei starke Leistungen und spielt am Sonntag um Bronze. Die Chance auf die Goldmedaille rutsche Österreich im Halbfinale gegen die USA in letzter Sekunde durch die Finger.

Nach Platz drei in der Gruppenphase ging es für Quarterback Saskia Stribrny und Co. am Samstag in die K.o.-Phase. Zunächst warteten im Viertelfinale mit Großbritannien die Zweiten aus Gruppe B. Österreich lieferte am Athletics Field der Chengdu No. 7 High School Eastern Campus eine Gala-Vorstellung ab, ging früh in Führung und setzte sich schließlich mit 40:28 (27:14) durch.

Quarterback Stribrny warf vier Touchdown-Pässen, Karoline Kugler avancierte mit insgesamt vier Touchdowns (zwei gefangen, zwei gelaufen) zur Matchwinnerin. Damit sicherte sich Österreich den Halbfinal-Einzug und – wie bei der WM 2024 - den Titel bestes Team aus Europa. Im Kampf um das Finale kam es einmal mehr zum Duell mit den USA. In der Gruppenphase musste man sich den Favoritinnen 34:48 geschlagen geben, bei den letzten World Games (Birmingham 2022) setzte es eine dramatische Halbfinal-Niederlage. Die Geschichte sollte sich wiederholen.

Die AFBÖ-Damen starteten furios und lagen zur Halbzeit mit 25:20 in Führung. In der zweiten Hälfte überschlugen sich die Ereignisse: 1:21 Minuten vor Schluss stellte Österreich – dank Touchdown und 2-Point-Conversion – auf 39:39. Im Gegenzug gingen die USA 47 Sekunden vor Ende erneut mit einem Touchdown und einem Extrapunkt mit 46:39 in Front, es sollte der Endstand sein.

Neuauflage im Semifinale

Stribrny und Co. arbeiteten sich daraufhin bis kurz vor die Endzone, zwei Sekunden vor Schluss lag der Ball ein Yard vor der Endzone. Dann der letzte Spielzug: Run von Kugler, die den Ball bei der Übergabe jedoch nicht festmachen konnte und ihn verlor. Spielende. Jubel bei den USA, Enttäuschung bei den Österreicherinnen. 

„Wir waren schon oft knapp dran. Ich hatte das Gefühl, dass wir es heute schaffen. Wir waren wesentlich konstanter als im letzten Gruppenspiel gegen sie und haben es insgesamt sehr gut gemacht“, zeigt sich Headcoach Robert Riedl stolz. „Es ist eine Leere da. Die Mädels haben alles auf dem Feld gelassen, der ganze Staff hat abgeliefert.“

Der letzte Spielzug wurde von den anwesenden Expert:innen als äußerst kreativ und gelungen bezeichnet, einzig das Happy End blieb aus. „Sie haben hart verteidigt. Manchmal sind die ganz kurzen Situationen die schwierigsten. Ich will niemandem einen Vorwurf machen. Wir haben alles daran gesetzt, aber es nicht ganz geschafft.“

„Wir haben noch etwas vor“

Bei einem Touchdown hätte sich die Frage gestellt: Ausgleich mit Extrapunkt und Overtime spielen oder mit einer 2-Point-Conversion auf den Sieg in der regulären Spielzeit gehen? Riedl stellt klar: „Wir wären nicht auf ein Unentschieden gegangen, sondern auf den Sieg. Das hätte ich gerne gesehen.“

Trotz der beiden starken Auftritte bleibt die bittere Niederlage in Erinnerung. Doch die Chance auf eine Medaille lebt, am Sonntag (11:30 Uhr Ortszeit) kommt es zum Duell mit Kanada (Halbfinal-Niederlage gegen Mexiko) um Bronze. „Es ist schade, dass wir heute nicht belohnt wurden. Ich sage bewusst heute, denn morgen haben wir noch etwas vor“, so Riedl.

Zunächst heißt es am Samstag: Regeneration, Physio-Einheiten, Video-Analyse. „Danke an das ganze Team, auch an die Leute in Österreich, die uns unterstützen. Das heute war Werbung für Flag Football.“