Sport Austria - Interessenvertretung und Serviceorganisation des organisierten Sports in Österreich.

5-Punkte-Programm von Sport Austria zur Prävention sexualisierter Gewalt im Sport

Der Schutz vor Gefahren von Missbrauch in jeglicher Form – besonders von Kindern und Jugendlichen – ist in Österreichs Sportverbänden und -vereinen ein gemeinsames Grundprinzip.

(Sport Austria, 19.02.2020)

Der Österreichische Sport nimmt seine Verantwortung für den Schutz der Menschen, besonders dabei der Kinder und Jugendlichen, in den Sportvereinen und Sportverbänden ernst. Die in den letzten Jahren öffentlich breit diskutierten Fälle von erwiesenem und möglichem Missbrauch zeigen deutlich, dass mit der Gründung des Vereins 100% Sport, der Kooperation mit der Opferschutzeinrichtung „die möwe“ sowie anderen Fachstellen, der Beteiligung des Sports an der EU-Initiative für Gender Equality und damit der Maßnahmen zu „Respekt und Sicherheit im Sport“ in Österreich äußerst notwendige Maßnahmen gesetzt wurden.

Das im November 2017 erstmals ausgearbeitete 5-Punkte-Programm des Österreichischen Sports zur Prävention von Missbrauch im Sport wurde laufend weiterentwickelt und angepasst:
 

5-Punkte-Programm von Sport Austria zur Prävention sexualisierter Gewalt im Sport

  • Die Mitgliedsverbände von Sport Austria werden im Rahmen ihres Mitgliedschaftsverhältnisses zum österreichischen Sport über die Ausgangslage, die Bedrohungspotenziale und die möglichen Maßnahmen informiert, um offen und sachlich diskutieren zu können. Dazu werden z.B. externe ExpertInnen in die Führungsgremien der Bundesverbände entsandt, regelmäßig im Sport Austria-Jour Fixe über das Thema informiert und bei Bedarf andere Kommunikationswege von Sport Austria zu seinen Mitgliedern genutzt (Aussendungen, Newsletter, Versammlungen).
  • Die Verbände werden bei der Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen (wie Einholung Strafregisterbescheinigung Kinder- und Jugendfürsorge, Implementierung Ehrenkodex bzw. Verhaltensleitfaden, Aufnahme entsprechender Hinweise in das Statut, Einsatz von Vertrauenspersonen und MultiplikatorInnen, Umsetzung von Kommunikationsmaßnahmen, Zusammenarbeit mit externen Einrichtungen) weiter unterstützt. Eine Beispielliste wird geführt. Beratungen zu PSG-Maßnahmen können auch im Rahmen von Sport Austria-Serviceplus abgerechnet werden.
  • Das Netzwerk an geschulten Vertrauenspersonen wird weiter ausgebaut. Sport Austria führt das Fortbildungsprogramm zu „Respekt & Sicherheit im Sportverein“ weiter und integriert das Thema in andere Module des Sport Austria-Management-Kurses. Schulungen für MultiplikatorInnen und ReferentInnen finden in Zusammenarbeit mit dem Verein 100% Sport statt. In jedem Mitgliedsverband soll zumindest eine geschulte Person als interne Ansprechperson für Präventionsmaßnahmen und Krisenbewältigung vorhanden sein.
  • Als zweite Säule neben der innerverbandlichen Präventionsarbeit führt Sport Austria die Kooperation mit externen Fachinstitutionen fort. Die Vernetzung mit 100% Sport und dem Kinderschutzzentrum „die möwe“ wird aktiv aufrechterhalten. „die möwe“ steht damit auch den Mitgliedsverbänden von Sport Austria als externe ExpertInnenorganisation zur Verfügung.
  • Sport Austria unterstützt die laufende (Weiter-)Entwicklung von Informationen und Materialien für unterschiedliche Zielgruppen (wie FunktionärInnen, TrainerInnen, SportlerInnen, Kinder und Jugendliche, Eltern) in Abstimmung mit den entsprechenden Fachstellen und stellt die Schnittstelle dar zu den Organisationen des organisierten Sports.


5-Punkte-Programm der BSO zur Prävention von Missbrauch im Sport 2018
5-Punkte-Programm von Sport Austria zur Prävention sexualisierter Gewalt 2019