Sport Austria ist die Interessenvertretung und Serviceorganisation des organisierten Sports in Österreich.

Prävention Sexualisierter Gewalt

Sport bietet enorm viel Potential für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und ist ein Umfeld, das geprägt wird von Vertrauen und Respekt. Die im Sport entstehende Nähe und Bindung können jedoch auch ausgenutzt werden. Leider treten damit auch im Sport unterschiedliche Formen der Machtausübung und Grenzverletzungen auf, die bis hin zu sexualisierter Gewalt reichen können. Unsere Verantwortung für den Schutz der Menschen, besonders der Kinder und Jugendlichen, in den Sportvereinen und Sportverbänden muss eine unserer gemeinsamen Grundprinzipien im Sport sein. Um gemeinsam ein respektvolles und sicheres Sportumfeld zu gewährleisten, müssen auf allen Ebenen des Sports entsprechende Maßnahmen gesetzt werden:

Im November 2017 wurde erstmals ein 5-Punkte-Programm des Österreichischen Sports ausgearbeitet und aufgrund des gewachsenen Bewusstseins sowie der aktuellen Herausforderungen im Jänner 2018 vom Präsidium von Sport Austria spezifiziert und erweitert. Auch für das Jahr 2019 wurde das 5-Punkte-Programm weiterentwickelt und für 2020 adapiert:

  • Die Mitgliedsverbände von Sport Austria werden im Rahmen ihres Mitgliedschaftsverhältnisses zum österreichischen Sport über die Ausgangslage, die Bedrohungspotenziale und die möglichen Maßnahmen informiert, um offen und sachlich diskutieren zu können. Dazu werden z.B. externe ExpertInnen in die Führungsgremien der Bundesverbände entsandt, regelmäßig im Sport Austria-Jour Fixe über das Thema informiert und bei Bedarf andere Kommunikationswege von Sport Austria zu seinen Mitgliedern genutzt (Aussendungen, Newsletter, Versammlungen).
  • Die Verbände werden bei der Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen (wie Einholung Strafregisterbescheinigung Kinder- und Jugendfürsorge, Implementierung Ehrenkodex bzw. Verhaltensleitfaden, Aufnahme entsprechender Hinweise in das Statut, Einsatz von Vertrauenspersonen und MultiplikatorInnen, Umsetzung von Kommunikationsmaßnahmen, Zusammenarbeit mit externen Einrichtungen) weiter unterstützt. Eine Beispielliste wird geführt. Beratungen zu PSG-Maßnahmen können auch im Rahmen von Sport Austria-Serviceplus abgerechnet werden.
  • Das Netzwerk an geschulten Vertrauenspersonen wird weiter ausgebaut. Sport Austria führt das Fortbildungsprogramm zu „Respekt & Sicherheit im Sportverein“ weiter und integriert das Thema in andere Module des Sport Austria-Management-Kurses. Schulungen für MultiplikatorInnen und ReferentInnen finden in Zusammenarbeit mit dem Verein 100% Sport statt. In jedem Mitgliedsverband soll zumindest eine geschulte Person als interne Ansprechperson für Präventionsmaßnahmen und Krisenbewältigung vorhanden sein.
  • Als zweite Säule neben der innerverbandlichen Präventionsarbeit führt Sport Austria die Kooperation mit externen Fachinstitutionen fort. Die Vernetzung mit 100% Sport und dem Kinderschutzzentrum „die möwe“ wird aktiv aufrechterhalten. „die möwe“ steht damit auch den Mitgliedsverbänden von Sport Austria als externe ExpertInnenorganisation zur Verfügung.
  • Sport Austria unterstützt die laufende (Weiter-)Entwicklung von Informationen und Materialien für unterschiedliche Zielgruppen (wie FunktionärInnen, TrainerInnen, SportlerInnen, Kinder und Jugendliche, Eltern) in Abstimmung mit den entsprechenden Fachstellen und stellt die Schnittstelle dar zu den Organisationen des organisierten Sports.


Neben den Maßnahmen des organisierten Sports im Rahmen der von 100% Sport koordinierten Initiative „Für Respekt und Sicherheit. Gegen sexualisierte Übergriffe im Sport“, dem von Sport Austria initiierten und getragenen 5-Punkte-Programm des Österreichischen Sports zur Prävention sexualisierter Gewalt im Sport, den bereits implementierten Maßnahmen zur Prävention sexualisierter Gewalt in zahlreichen Sportverbänden und Sportorganisationen, setzen auch die Bundesländer Maßnahmen um ein respektvolles und sicheres Sportumfeld zu gewährleisten.

Materialien und Handlungsempfehlungen für Sportverbände und -vereine

Prävention von sexualisierten Übergriffen im Sport

Ziel ist es, eine Kultur der Aufmerksamkeit zu entwickeln und ein offenes, intaktes und sicheres Sportumfeld zu gewährleisten. Durch das Implementieren mehrerer Maßnahmen wird für das Thema sensibilisiert und ein Problembewusstsein geschaffen, um heikle Situationen angemessen einschätzen und darauf reagieren zu können. (siehe Handreichung Seite 22-31)

Intervention bei sexualisierten Übergriffen

Wenn doch etwas passiert? In den meisten Fällen liegen kaum objektiven Fakten vor. Je nachdem, um welche Art von Fällen es sich handelt, können unterschiedliche Überlegungen und Vorgangsweisen sinnvoll sein. Egal ob es sich um Verdachts- oder Anlassfälle handelt, empfiehlt sich jedenfalls die Zusammenarbeit mit geschulten ExpertInnen. (siehe Handreichung Seite 36-37)

Grundlagen für Präventionsarbeit im Sport

2015 wurde in Umsetzung der EU-Strategie für Gleichbehandlung im Sport eine Arbeitsgruppe unter Führung des Vereins 100% Sport ins Leben gerufen, die unter dem Titel „Für Respekt und Sicherheit“ Maßnahmen und Handreichungen für Verbände und Vereine erarbeitet:

Im November 2015 unterzeichneten die Bundes-Sportorganisation und ihre Mitgliedsverbände eine gemeinsame Erklärung, in der sie sich gegen sexuelle Übergriffe und für Respekt und Sicherheit im Sport aussprachen: